Aswan Tempel und Abu Simbel
Aswan begeistert mit faszinierenden historischen Stätten. In Elephantine Island befinden sich einige der ältesten prädynastischen Tempelruinen Ägyptens. In der Nähe von Elephantine Island liegt die Pflanzeninsel (Geziret el-Nabatat), ein botanischer Garten mit exotischen Pflanzen aus aller Welt. Er wurde vom britischen General Kitchener gegründet, der hier während seiner Expedition gegen den Mahdi-Aufstand wohnte. Am Westufer des Nil befinden sich Gräber von Adligen der Pharaonenzeit, die letzte Ruhestätte des 1957 verstorbenen Mohammed Shah Aga Khan sowie das im 6. Jahrhundert gegründete koptische St.-Simeon-Kloster.
Die Tempelanlagen von Abu Simbel stellen das ebenfalls beeindruckende Aswan noch bei Weitem in den Schatten. Schon die Tempel an sich sind ohne Frage beeindruckend, ihre größte Bekanntheit erlangten sie aber durch ihre Verlegung zwischen Januar 1966 und September 1968. Dabei wurden sie in mehr als 1.000 Einzelteile zerlegt, von denen manche mehr als 30 Tonnen wogen. Die Tempel wurden an einer etwa 60 m höher gelegenen Stelle oberhalb des Nasser-Stausees wiederaufgebaut.
Die beiden Tempel von Abu Simbel wurden zu Lebzeiten von Ramses II. und Königin Nefertari zum Gedenken an den historisch nicht belegten Sieg der Ägypter in der Schlacht von Kadesch aus dem Fels geschlagen. Die meisten Historiker bezweifeln, dass die Ägypter in dieser Schlacht gegen die Hethiter den Sieg davontrugen, gehen jedoch davon aus, dass sie mit über 6.000 beteiligten Fahrzeugen die größte Streitwagen-Schlacht der Geschichte war.
Falls Sie Aswan und Abu Simbel im Februar oder Oktober besuchen, können Sie mit etwas Glück unvergessliche Sonnenaufgänge über den Tempeln erleben. Die genau auf einer Ost–West-Achse erbauten Tempel liegen so, dass zweimal im Jahr (am 22. Februar und am 22. Oktober) die im Allerheiligsten des Großen Tempels befindlichen Statuen des Amun-Re, des Ramses und des Re-Harachte von der Morgensonne beleuchtet werden. Dieses als “Sonnenwunder von Abu Simbel” bekannte Ereignis dauert etwa 20 Minuten.
Der Große Tempel
Die Bauzeit des Großen Tempels von Abu Simbel betrug etwa 20 Jahre. Er war den Göttern Amun-Re, Re-Harachte und Ptah sowie der Vergöttlichung des Pharao Ramses geweiht. Alle Statuen zeigen Ramses II. in verschiedener Gestalt auf einem Thron sitzend, etwa als Gott Osiris oder während der Anbetung durch den Gott Seth. Andere Statuen zeigen Ramses' Hauptfrau Nefertari, die Mutter des Pharao, seine beiden Söhne und seine sechs Töchter. Alle diese Statuen sind einem damaligen Gebot entsprechend wesentlich kleiner als die des Pharao selbst.
Der Kleine Tempel
Der auch als "Kleiner Tempel" bekannte Hathor-Tempel der Nefertari war der Göttin Hathor und Ramses' Ehefrau Nefertari geweiht. Es handelt sich um einen von nur zwei altägyptischen Tempeln, die einer Pharaonin geweiht wurden – der andere ist der von Echnaton erbaute Tempel für seine Ehefrau Nefertiti. Ebenso außergewöhnlich ist die Tatsache, dass die Statuen von Pharao und Königin dieselbe Größe aufweisen. Üblicherweise standen die Statuen der Königinnen neben denen der Pharaonen und reichten maximal bis zu deren Knien. Diese Ausnahme von einer eigentlich wichtigen Regel kann als Hinweis auf die außerordentlich bedeutende Stellung gesehen werden, die Nefertari innehatte. Darstellungen im Inneren des Tempels zeigen Nefertari und ihren Ehemann bei der gleichberechtigten Teilnahme an religiösen Ritualen mit einer Statue der Göttin Hathor in Gestalt einer Kuh.